Der ÖPNV-Schal nach La Motte



Das Muster ist explizit für in sich gemusterte Wollen entworfen, die allein schon genug Effekt erzielen und bei aufwendigeren Häkelmustern imho eher stören. Dadurch ist das Projekt aber gut für Häkelanfänger geeignet, da Ihr nur Luftmaschen, feste Maschen und Stäbchen beherrschen und nicht viel zählen müß. Nur die Abschlüße sind etwas fummliger, aber die könnt Ihr auch weglaßen und direkt die Fransen in den Schal einknüpfen. Die absoluten Grundbegriffe und die einzelnen Maschen erkläre ich hier nicht mehr, aber dafür finden sich an anderen Stellen gute Anleitungen. :)
Meine Wolle dafür habe ich bei Wolle Rödel gefunden, die momentan ganz wunderschöne Microfaser-Qualitäten mit Farbverläufen aus verschiedenen Farbfamilien führen. Wie Ihr seht, habe ich mich für Giftgrün entschieden, aber die Wolle gibt es u.a. auch noch in Rottouml;nen und einem warmen Violett.

Ihr braucht:
  • 200g Wolle, Lauflänge 260m/100g (in meinem Fall waren das zwei Knäuel und insgesamt reichlich)
  • 5er-Häkelnadel
  • stumpfe Sticknadel
  • Schere
    40 Luftmaschen anschlagen. In diese häkelt Ihr drei Reihen feste Maschen für mehr Stabilität und danach einfach stupide Stäbchen, bis Euch der Schal lang genug ist. Auch am Ende der Stäbchenorgie solltet Ihr wieder drei Reihen feste Maschen häkeln, für die Symmetrie. Achtet deshalb auch ein wenig auf die Farbverläufe und schließ den Schal am besten mit demselben Farbton ab, mit dem Ihr angefangen hat.

    Der Abschlußsieht dann wie folgt aus:
  • drei Wendeluftmaschen, dann vier Luftmaschen und in die fünfte Masche ein Stäbchen. Vier LM, in die fünfte Masche wieder ein Stäbchen. So weiter bis zum Ende dieser Reihe, mit einem Stäbchen abschließn.
  • drei Wendeluftmaschen, dann 3 LM und in das Stäbchen der Vorreihe drei Stäbchen häkeln. Drei LM, ins nächste Stäbchen wieder drei Stäbchen. So weiter bis zum Ende, in die dritte Wendeluftmasche der Vorreihe ein Stäbchen.
  • drei Wendeluftmaschen, dann vier Luftmaschen und in das mittlere der drei Stäbchen ein Stäbchen. Vier LM, ins mittlere Stäbchen wieder ein Stäbchen. So weiter bis zum Ende dieser Reihe, mit einem Stäbchen abschließn.
  • eine Wendeluftmasche, dann je eine feste Maschen in die ersten beiden Luftmaschen der Vorreihe häkeln. Drei Luftmaschen, diese dann mit der nächsten freien Luftmasche mit einer festen Masche verbinden. So entstehen in der Mitte der Luftmaschenbögen sogenannte Pikots oder Mäusezähnchen. Weiter mit festen Maschen (fünf Stück - zwei in LM, eine ins Stäbchen, zwei in LM) dann kommt wieder ein Pikot. So weiter bis zum Ende der Reihe, bis jede Masche noch eine feste Masche bekommen hat. Ihr endet in der dritten Wendeluftmasche der Vorreihe. Faden abschneiden und durch die zuletzt gebildete Schlaufe ziehen, so daßer sich fest verknotet.

    So, nun könnt Ihr schon mit der stumpfen Sticknadel alle losen Fadenenden vernähen.
    Ganz zum Schlußschneidet Ihr Euch aus der restlichen Wolle noch Eure Fransen zurecht. Die Fäden herfür müßen doppelt so lang abgeschnitten werden wie die Fransen am Schlußsein sollen. Dann zählt Ihr Euch die gewünschte Menge Fäden pro Fransenbüschel ab, ich habe "Päckchen" von 8 Fäden, also 16 Fransen, gewählt. Die Fäden je eines Büschels legt Ihr doppelt und zieht die Schlaufe mittels der Häkelnadel durch das kleine Loch unter den Pikots (das entsteht beim Häkeln ganz automatisch). Nun nur noch die losen Enden durch die Schlaufe ziehen, fest anziehen und am Ende alle Fransen noch einheitlich auf eine Länge zurechtstutzen.

    Gehört habe ich während des Häkelns vor allem das unendlich hohle Gelaber meiner Mitreisenden, da ich den Schal fast komplett in der S-Bahn gemacht habe - daher der Name. ;)

    Fotos sind in Arbeit

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